Karneval als Möglichkeit von Integration

27. Januar 2017

Mit Clownskostüm zum gesellschaftlichen Zusammenhalt

Karneval bedeutet Ausgelassenheit, Geselligkeit oder ganz einfach „Spaß an der Freud'“. Dies sieht auch der frisch proklamierte Heiligenhauser Prinz Olli I. so, indem er auf der Marialindener Prinzenproklamation dazu aufforderte, während des Karnevals die Rivalität der beiden Fußballvereine der „Dörfer op dr Hüh“ aufzugeben, um gemeinschaftlich feiern zu können. Schon an dem charakteristischen Schunkeln wird deutlich, dass diese Tanzform gemeinschaftliches Tun zu einem Ganzen zusammenführt und damit gesellschaftlichen Zusammenhalt fördert. Dies entspricht auch dem Leitbild der CDU Overath, die eine Gesellschaft anstrebt, in der gemeinsam Verantwortung dafür getragen wird, dass jeder in ihr seinen Platz finden kann.
Fest im christlichen Kalender verankert verweist der für das Narrenfest übliche Begriff Fastelovend auf den Abend vor der Fastenzeit und charakterisiert ihn so als letzte Möglichkeit der Ausgelassenheit vor der daran anschließenden, häufig mit Fleischverzicht (ital. carnelevare = Fleischwegnahme) verbundenen, vorösterlichen Zeit. Da der Fastenbeginn für viele einen Einschnitt für die Speisegewohnheiten darstellte und noch heute auch in Bezug auf andere Verzichte praktiziert wird, kann Karneval als ein Schwellenfest verstanden werden. Unter der Maske des Narren ermöglicht er damit phantasievolle Selbstdarstellung ohne Rücksicht auf bestehende Standesschranken. Es ist ein Fest, an dem alles verkehrt zugeht, in der in brauchtümlichen Umkehrungen für einen Tag die Weiber die Macht über die Männer und die Kleinen über die Großen übernehmen. Nicht umsonst versuchte man häufig die Narrenzahl 11 (E-L-F) aus dem Wahlspruch Égalité, Liberté, Fraternité abzuleiten. Gerade die Overather Karnevalsvereine leisten hierbei eine integrative Leistung, indem sie jeden Jecken in ihren Vereinen willkommen heißen.
Warum sollte dieses Narrenfest also nicht auch über kulturelle Grenzen hinweg den gesellschaftlichen Zusammenhalt fördern und so eine andere bunte Vielheit wie die der Kostüme verkörpern? Da im Clownskostüm Vorurteile und gesellschaftliche Stellung wenig Raum einnehmen, kann hier Integration besonders gut gelingen. Man sollte diese Chance nutzen und die im Karneval gelebte Lebensfreude allen Bewohnern Deutschlands nahe bringen. Aus diesem Grund möchte die Individuelle Flüchtlingshilfe Overath (IFO) auf Initiative der CDU Overath hiermit eine Aktion starten, bei der Flüchtlingsfamilien im Rahmen einer Patenschaft von Overathern dazu eingeladen werden können, gemeinsam Karnevalskostüme zu gestalten und auf diese Weise Brauchtum zu vermitteln. So kann Integration zu wechselseitigem Verständnis und zugleich zur Identifikation mit unserem Land führen. Wenn auch Sie sich beteiligen möchten, melden sie sich bei folgenden Ansprechpartnern: Nicole Freund (patenschaft@ifo-overath.de) für die IFO und Hannah Schiefer (hannah-schiefer@gmx.de) für die CDU Overath.